Am Mittwoch fand im Wismarer Zeughaus das „6. Adipositassymposium“ statt, ein bedeutendes Ereignis für Fachleute, die sich mit dem komplexen Krankheitsbild der Adipositas beschäftigen. Die steigende Zahl der Adipositas-Operationen unterstreicht die Dringlichkeit einer umfassenden Betrachtung der Patient*innen und die Notwendigkeit, verschiedene Aspekte der Erkrankung in Therapieentscheidungen einzubeziehen.
Das Gesamtheitliche Verständnis von Adipositas
Eine zentrale Frage, die auf dem Symposium diskutiert wurde, ist, welches gesundheitliche Problem bei den Patient*innen im Vordergrund steht. Ist es immer nur das Gewicht, das von Bedeutung ist, oder gibt es andere, ebenso wichtige gesundheitliche Faktoren? Diese Fragen sollen helfen, die Therapieziele klarer zu definieren und die Behandlung individuell anzupassen.
Ziel der Therapie
Mit der richtigen Therapie sollen nicht nur Gewichtsreduktionen erreicht, sondern auch andere gesundheitliche Probleme gemindert werden. Die Betrachtung der Adipositas als Ganzes bedeutet, dass die Therapie darauf abzielt, das allgemeine Wohlbefinden und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.

Fachvorträge und Diskussionen
Während des Symposiums wurden verschiedene Vorträge gehalten, die jeweils einen spezifischen Aspekt von Adipositas beleuchteten:
- „Gepresste Luft“ – Adipositas und Schlafapnoe: Michael Salz behandelte die Verbindung zwischen Adipositas und Schlafapnoe, einer Schlafstörung, die häufig mit Übergewicht assoziiert wird.
- „Große Wäsche“ – Was macht die Niere bei Adipositas?: PD Dr. med. Heiko Hickstein diskutierte die Auswirkungen von Adipositas auf die Nierenfunktion und die damit verbundenen gesundheitlichen Risiken.
- „Ösophagus in Flammen“ – Der Stellenwert des Schlauchmagens: Dr. med. Andreas Wolf beleuchtete die Rolle des Schlauchmagens in der Behandlung von Adipositas und seine Bedeutung für die Reduktion von Begleiterkrankungen.
Fazit
Das Symposium betonte die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Betrachtung der Adipositas, um individuell angepasste Behandlungen zu entwickeln, die über die bloße Gewichtsreduktion hinausgehen. Der Austausch unter Fachleuten und die Diskussion verschiedener Therapieansätze sind entscheidend, um die Versorgung und Behandlung von Patient*innen weiter zu verbessern.