Es kommen wieder mehr Gäste nach Mecklenburg-Vorpommern, doch sitzen deren Portemonnaies nicht mehr so locker wie in früheren Jahren. Wie aus jetzt veröffentlichten vorläufigen Daten des Statistischen Landesamtes hervorgeht, blieben die Umsätze im gesamten Gastgewerbe des Landes 2024 preisbereinigt um 1,0 Prozent unter denen des vorhergehenden Jahres zurück. Absolute Zahlen wurden nicht genannt.
Dabei verzeichneten die Teilbereiche der für Mecklenburg-Vorpommern strukturbestimmenden Tourismusbranche unterschiedliche Entwicklungen. Für Hotels und Pensionen im Land gingen die Umsätze leicht um 0,8 Prozent nach oben. Anbieter von Ferienunterkünften hingegen mussten trotz weiterhin hohen Preisniveaus zum Vorjahr ein Minus von 7,1 Prozent hinnehmen. Gaststätten verzeichneten der stichprobenhaften Erhebung zufolge einen Umsatzrückgang von 2,3 Prozent.
Höhere Gästezahlen, geringere Umsätze
Laut Statistik war die Branche gut in das Jahr 2024 gestartet, jüngsten Angaben zufolge ist für 2024 mit erneut gestiegenen Gästezahlen zu rechnen. Doch blieben die Umsätze laut Statistik insbesondere in den besucherstarken Sommermonaten hinter dem Vorjahresergebnis zurück. Die Zahl der Beschäftigten nahm insgesamt ab, wobei Hotels einen leichten Zuwachs von 0,2 Prozent verzeichneten, in Gaststätten die Zahl der Mitarbeiter aber um 0,9 Prozent sank. Nach Branchenangaben ist es immer schwieriger, Personal zu finden. Das hatte bereits Auswirkungen auf die Öffnungszeiten.
Der Rostocker Hotelmanager und Präsident des DEHOGA-Bundesverbandes, Guido Zöllick, verwies darauf, dass die Umsatzzahlen im Gastgewerbe bundesweit noch immer um einiges unter den Rekordwerten des Vor-Corona-Jahres 2019 lagen. Insbesondere die Rückkehr zu einer Mehrwertsteuer von 19 Prozent habe gravierende Spuren hinterlassen. Zöllick richtete an die künftige Bundesregierung die Forderung nach einer einheitlichen Besteuerung von Speisen mit 7 Prozent. „Die Ungleichbehandlung unserer Branche muss endlich dauerhaft beseitigt werden“, betonte er. Zudem mahnte er mehr Flexibilität bei den Wochenarbeitszeiten und einen konsequenten Abbau von Bürokratie an.