Der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern fordert von der neuen Bundesregierung einen Kurswechsel in der Agrarpolitik. „Es ist höchste Zeit zum Handeln“, sagte Bauernpräsident Karsten Trunk beim Bauerntag in Linstow mit Blick auf die Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD.
Die Baustellen von Ackerbau bis Tierhaltung seien seit langem bekannt und immer noch ungelöst, mahnte Trunk an. Die Zusage zu den Agrardiesel-Vergünstigungen sei nicht ausreichend, um die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Landwirtschaft zu gewährleisten.
Trunk kritisierte auch die Mindestlohn-Pläne von Union und SPD. Erntehelfer aus dem Ausland verlangten gar keinen Mindestlohn, und man könne diese Kosten auch nicht stemmen, betonte er. „Wenn nicht Einhalt geboten wird, geht es mit den Sonderkulturen im ländlichen Raum bergab“, sagte Trunk. CDU, CSU und SPD einigten sich in ihrem Sondierungspapier auf einen möglichen Mindestlohn von 15 Euro ab 2026.
Landwirtschaftsminister spricht zu Bauern
Am Nachmittag stellt sich Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) den Fragen der Delegierten. Die Bauern erhoffen sich dabei Hinweise, wie die Agrarpolitik einer künftigen Bundesregierung aus Union und SPD aussehen könnte.
Seit März vergangenen Jahres ist Karsten Trunk Präsident des Landesbauernverbandes in Mecklenburg-Vorpommern. Der neue Vorstand legte nun erstmals seinen Rechenschaftsbericht vor. 111 Delegierte aus 15 Regionalverbänden kamen zu der Veranstaltung. Der Landesbauernverband hat etwa 2.000 Mitglieder.